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Abstrich, Kultur und Antibiogramm bei Piercinginfektionen
Bei einer ausgeprägten, wiederkehrenden oder nicht ausreichend auf eine Behandlung ansprechenden Piercinginfektion kann eine:
mikrobiologische Diagnostik
sinnvoll oder notwendig sein.
Dazu gehören je nach Situation:
- Abstrich,
- mikrobiologische Kultur,
- Erregeridentifikation,
- Antibiogramm.
Ziel ist nicht nur festzustellen:
„Es sind Bakterien vorhanden.“
Entscheidend ist vielmehr:
Welche Bakterien sind beteiligt und gegen welche Antibiotika sind sie empfindlich?
Warum ist ein Abstrich bei Piercings sinnvoll?
Piercinginfektionen können durch unterschiedliche Bakterien verursacht werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Staphylococcus aureus,
- andere Staphylokokken,
- Streptokokken,
- Pseudomonas aeruginosa,
- weitere gramnegative Bakterien,
- bei bestimmten Lokalisationen auch anaerobe Bakterien.
Nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen alle diese Erreger.
Deshalb kann eine mikrobiologische Untersuchung helfen, eine Behandlung gezielter auszuwählen.
Was ist ein Abstrich?
Bei einem Abstrich wird mit einem sterilen Tupfer Material von einer verdächtigen Stelle aufgenommen.
Untersucht werden können beispielsweise:
- Wundsekret,
- Eiter,
- Sekret aus dem Piercingkanal,
- Material aus einer entzündeten Wundregion.
Das Material wird anschließend an ein mikrobiologisches Labor geschickt.
Ein oberflächlicher Abstrich ist nicht immer ausreichend
Ein Piercingkanal ist:
dreidimensional.
Eine tiefer liegende Infektion kann deshalb nicht immer durch einen oberflächlichen Hautabstrich zuverlässig erfasst werden.
Ein oberflächlicher Abstrich kann beispielsweise hauptsächlich Mikroorganismen aufnehmen, die:
- auf der Haut leben,
- den Schmuck besiedeln,
- die Wundoberfläche kolonisieren.
Diese müssen nicht automatisch die Ursache einer tieferen Infektion sein.
Besiedlung ist nicht dasselbe wie Infektion
Haut und Schleimhäute sind natürlicherweise mit Mikroorganismen besiedelt.
Deshalb bedeutet der Nachweis eines Bakteriums nicht automatisch:
Dieses Bakterium verursacht die Erkrankung.
Es muss unterschieden werden zwischen:
- normaler Besiedlung,
- Kontamination der Probe,
- Kolonisation der Wunde,
- tatsächlichem Infektionserreger.
Der Laborbefund muss deshalb immer gemeinsam mit dem:
klinischen Befund
beurteilt werden.
Warum ist die Entnahmestelle wichtig?
Je näher die Probe am tatsächlichen Infektionsherd gewonnen wird, desto aussagekräftiger kann sie sein.
Bei einer tiefen Infektion können je nach Befund beispielsweise geeigneter sein:
- tiefes Wundsekret,
- Eiter aus einem Abszess,
- Gewebematerial,
- intraoperativ gewonnenes Material.
Ein einfacher Hautabstrich besitzt bei einer tiefen Infektion häufig eine geringere Aussagekraft.
Vor der Probenentnahme
Vor einem mikrobiologischen Abstrich sollte die Stelle nicht unnötig mit antiseptischen oder antibakteriellen Produkten behandelt werden.
Produkte wie:
- Octenisept,
- Betaisodona,
- PHMB-haltige Produkte,
- lokale Antibiotika
können die Keimzahl reduzieren.
Dadurch kann eine Kultur möglicherweise erschwert werden.
Das bedeutet jedoch nicht:
Eine notwendige medizinische Behandlung darf verzögert werden.
Bei einer schweren Infektion entscheidet der behandelnde Arzt, ob zuerst Material gewonnen oder sofort behandelt wird.
Wenn möglich: Probe vor Antibiotikabeginn
Wenn es der klinische Zustand erlaubt, kann es sinnvoll sein, mikrobiologisches Untersuchungsmaterial:
vor Beginn einer systemischen Antibiotikatherapie
zu gewinnen.
Nach Beginn einer Antibiotikatherapie können:
- Keimzahl sinken,
- empfindliche Bakterien unterdrückt werden,
- Kulturergebnisse negativ oder schwerer interpretierbar werden.
Bei einer schweren Infektion darf eine dringend notwendige Behandlung jedoch nicht unnötig aufgeschoben werden.
Was passiert im Labor?
Im mikrobiologischen Labor kann das Untersuchungsmaterial auf geeignete Nährmedien aufgebracht werden.
Wenn vermehrungsfähige Bakterien vorhanden sind, können sie dort:
Kolonien bilden.
Anschließend können die Mikroorganismen identifiziert werden.
Was ist eine Kultur?
Unter einer mikrobiologischen Kultur versteht man die:
Anzüchtung von Mikroorganismen unter kontrollierten Laborbedingungen.
Dadurch kann festgestellt werden, welche vermehrungsfähigen Mikroorganismen in der Probe vorhanden sind.
Je nach Erreger und Untersuchungsmethode kann das Ergebnis unterschiedlich lange dauern.
Nicht jedes Bakterium wächst gleich schnell
Einige häufige bakterielle Erreger können relativ schnell nachgewiesen werden.
Andere Mikroorganismen benötigen:
- besondere Nährmedien,
- spezielle Atmosphäre,
- längere Inkubationszeiten.
Deshalb gibt es keine einheitliche Zeitspanne für jeden mikrobiologischen Befund.
Erregeridentifikation
Nach dem Wachstum kann das Labor bestimmen, um welchen Mikroorganismus es sich handelt.
Beispiele:
- Staphylococcus aureus,
- Streptococcus spp.,
- Pseudomonas aeruginosa,
- Enterobacterales,
- weitere Bakterien.
Die genaue Identifikation ist wichtig, weil verschiedene Erreger unterschiedliche:
Antibiotikaempfindlichkeiten
besitzen.
Was ist ein Antibiogramm?
Ein Antibiogramm untersucht, wie empfindlich ein nachgewiesenes Bakterium gegenüber verschiedenen Antibiotika ist.
Das Labor prüft dabei, ob das Bakterium durch bestimmte Antibiotika ausreichend gehemmt werden kann.
Dadurch kann die behandelnde Ärztin beziehungsweise der behandelnde Arzt entscheiden, welches Antibiotikum:
voraussichtlich wirksam
ist.
Empfindlich, intermediär oder resistent
Laborbefunde können Antibiotika beispielsweise als:
- empfindlich,
- erhöht exponierbar beziehungsweise intermediär,
- resistent
klassifizieren.
Die genaue Terminologie hängt vom verwendeten Bewertungssystem ab.
In Europa werden hierfür insbesondere Kriterien von:
EUCAST
verwendet.
Empfindlich
Ist ein Erreger gegenüber einem Antibiotikum empfindlich, bedeutet das vereinfacht:
Bei geeigneter Dosierung besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Antibiotikum klinisch wirksam sein kann.
Das garantiert jedoch nicht in jedem Einzelfall automatisch einen Behandlungserfolg.
Resistent
Bei einer Resistenz ist die Wahrscheinlichkeit einer ausreichenden Wirkung mit diesem Antibiotikum deutlich vermindert.
Ein resistentes Bakterium kann trotz Einnahme des Antibiotikums weiter bestehen beziehungsweise sich vermehren.
Laborbefund ersetzt nicht die klinische Beurteilung
Auch ein Antibiogramm beantwortet nicht alle Fragen.
Die Behandlung hängt zusätzlich ab von:
- Infektionsort,
- Infektionstiefe,
- Gewebegängigkeit des Antibiotikums,
- Dosierung,
- Nieren- und Leberfunktion,
- Allergien,
- Wechselwirkungen,
- Schwangerschaft,
- Alter,
- Vorliegen eines Abszesses.
Ein im Labor als empfindlich getestetes Antibiotikum ist deshalb nicht automatisch in jeder klinischen Situation die optimale Wahl.
Minimale Hemmkonzentration
Bei manchen Untersuchungen wird eine:
minimale Hemmkonzentration – MHK beziehungsweise MIC
bestimmt.
Sie beschreibt die niedrigste Antibiotikakonzentration, bei der das Wachstum eines Bakteriums unter definierten Laborbedingungen gehemmt wird.
Diese Information kann bei der Interpretation der Antibiotikaempfindlichkeit wichtig sein.
Warum ist ein Antibiogramm bei Knorpelpiercings besonders wichtig?
Bei Knorpelpiercing-Infektionen kann:
Pseudomonas aeruginosa
eine wichtige Rolle spielen.
Pseudomonas besitzt gegenüber vielen Antibiotika eine natürliche oder erworbene Resistenz.
Deshalb kann eine mikrobiologische Untersuchung besonders sinnvoll sein, wenn:
- eine Perichondritis vorliegt,
- bereits eine Therapie versagt hat,
- die Infektion schwer verläuft,
- ein Abszess besteht.
Siehe:
Pseudomonas nicht allein am Aussehen diagnostizieren
Pseudomonas kann Pigmente bilden, die gelegentlich zu:
- grünlicher,
- blaugrünlicher
Verfärbung führen können.
Das ist jedoch kein sicherer diagnostischer Test.
Eine Pseudomonas-Infektion kann:
- ohne grüne Verfärbung auftreten,
- und eine grüne Verfärbung beweist nicht automatisch Pseudomonas.
Die sichere Bestimmung erfolgt mikrobiologisch.
Warum kann eine erste Antibiotikatherapie falsch liegen?
Zu Beginn einer Infektion ist der genaue Erreger häufig nicht bekannt.
Eine Therapie wird deshalb manchmal:
empirisch
begonnen.
Dabei wird ein Antibiotikum gewählt, das gegen die wahrscheinlichsten Erreger wirken soll.
Später kann die Kultur zeigen:
- anderer Erreger als erwartet,
- Resistenz,
- unzureichendes Wirkspektrum.
Dann kann die Therapie gezielt angepasst werden.
Empirische und gezielte Therapie
Empirische Therapie
→ Erreger ist noch nicht bekannt; Behandlung richtet sich nach den wahrscheinlichsten Erregern.
Gezielte Therapie
→ Erreger und Antibiotikaempfindlichkeit sind bekannt; Behandlung kann entsprechend angepasst werden.
Das Ziel sollte bei komplizierten Infektionen sein:
so gezielt wie möglich zu behandeln.
Warum ist eine gezielte Therapie sinnvoll?
Eine gezielte Antibiotikatherapie kann:
- unnötig breite Therapie vermeiden,
- Nebenwirkungen reduzieren,
- Resistenzselektion verringern,
- Behandlungserfolg verbessern.
Dieses Prinzip gehört zum:
Antibiotic Stewardship.
Wann ist ein Abstrich besonders sinnvoll?
Eine mikrobiologische Diagnostik kann besonders sinnvoll sein bei:
- deutlicher bakterieller Infektion,
- wiederkehrender Infektion,
- fehlender Besserung unter Antibiotika,
- Knorpelpiercing mit Perichondritis,
- Abszess,
- ungewöhnlichem Verlauf,
- Verdacht auf resistente Erreger,
- immungeschwächten Personen,
- schweren Infektionen.
Bei einer leichten unkomplizierten Infektion
Nicht jede kleine oberflächliche Infektion benötigt zwingend einen mikrobiologischen Abstrich.
Bei typischem klinischem Bild kann eine Behandlung zunächst ohne Erregernachweis erfolgen.
Eine mikrobiologische Diagnostik wird wichtiger, wenn:
- der Verlauf kompliziert ist,
- eine Therapie versagt,
- ungewöhnliche Erreger möglich sind.
Abszess: Eiter ist oft aussagekräftiger als Oberflächenabstrich
Bei einem Abszess kann direkt gewonnenes:
Eitermaterial
aussagekräftiger sein als ein oberflächlicher Abstrich.
Der Grund:
Das Material stammt näher aus dem eigentlichen Infektionsherd.
Bei einer chirurgischen Eröffnung kann deshalb geeignetes Material direkt mikrobiologisch untersucht werden.
Tieferes Gewebe kann aussagekräftiger sein
Bei schweren oder operativ behandelten Infektionen können:
- Gewebeproben,
- tiefes Wundmaterial
unter Umständen eine bessere diagnostische Aussage ermöglichen als ein einfacher Oberflächenabstrich.
Negative Kultur schließt Infektion nicht immer aus
Ein negatives Kulturergebnis bedeutet nicht zwingend:
Es liegt keine bakterielle Infektion vor.
Mögliche Gründe für eine negative Kultur sind:
- vorherige Antibiotikatherapie,
- vorherige antiseptische Behandlung,
- unzureichende Probenmenge,
- falsche Entnahmestelle,
- schwierige Anzüchtbarkeit des Erregers,
- Transportprobleme.
Der Befund muss deshalb immer klinisch interpretiert werden.
Mehrere Erreger in einer Probe
Eine Probe kann mehrere Mikroorganismen enthalten.
Das kann bedeuten:
- Mischinfektion,
- normale Hautflora,
- Kontamination,
- Besiedlung.
Nicht jeder nachgewiesene Mikroorganismus muss behandelt werden.
Die klinische Bedeutung muss beurteilt werden.
Oralpiercings
Bei Oralpiercings ist die Interpretation besonders anspruchsvoll.
Die Mundhöhle besitzt eine sehr komplexe natürliche Mikroflora.
Ein Abstrich kann deshalb zahlreiche unterschiedliche Mikroorganismen nachweisen.
Ein positiver Nachweis bedeutet nicht automatisch:
alle gefundenen Bakterien sind Krankheitserreger.
Bei tiefen Infektionen muss der Befund zusammen mit:
- Lokalisation,
- klinischem Bild,
- möglicher Abszessbildung
beurteilt werden.
Intimpiercings
Auch im Intimbereich ist die natürliche mikrobielle Besiedlung komplex.
Ein oberflächlicher Abstrich kann deshalb unterschiedliche:
- Hautkeime,
- Schleimhautkeime,
- Darmkeime
zeigen.
Auch hier ist die klinische Interpretation entscheidend.
Biofilm und mikrobiologische Diagnostik
Bei chronisch problematischen Piercings können Mikroorganismen als:
Biofilm
organisiert sein.
Ein Biofilm kann:
- Schmuckoberflächen,
- Gewebeoberflächen
besiedeln.
Ein Abstrich erfasst möglicherweise nur einen Teil dieser Mikroorganismen.
Deshalb muss ein negativer oder unspezifischer Abstrich bei chronischen Beschwerden vorsichtig interpretiert werden.
Siehe:
Schmuck als Untersuchungsmaterial
Ein entfernter Schmuck kann theoretisch mikrobiologisch untersucht werden.
Der Nachweis von Bakterien auf einem Schmuckstück beweist jedoch nicht automatisch:
Diese Bakterien verursachen die Gewebeinfektion.
Schmuckoberflächen können kolonisiert sein, ohne dass eine tiefe Infektion vorliegt.
Die Aussagekraft hängt stark von der klinischen Fragestellung und Untersuchungsmethode ab.
Antibiogramm und lokale Antibiotika
Auch wenn ein Antibiogramm eine Empfindlichkeit zeigt, muss geprüft werden, ob:
- der Wirkstoff als lokales Präparat verfügbar ist,
- lokale Anwendung für die Infektionstiefe geeignet ist,
- systemische Therapie erforderlich ist.
Eine tiefe Infektion wird nicht allein dadurch oberflächlich behandelbar, dass der Erreger gegen einen bestimmten Wirkstoff empfindlich ist.
Antibiogramm und systemische Therapie
Bei systemischen Antibiotika muss zusätzlich berücksichtigt werden:
- erreicht der Wirkstoff das betroffene Gewebe?
- ist die Dosierung ausreichend?
- bestehen Gegenanzeigen?
- gibt es Wechselwirkungen?
- ist eine orale Behandlung ausreichend oder eine intravenöse Therapie notwendig?
Ein Abszess muss gegebenenfalls trotzdem drainiert werden
Auch wenn das richtige Antibiotikum gefunden wurde, kann bei einem Abszess weiterhin eine:
Drainage
notwendig sein.
Ein Antibiogramm ersetzt nicht die chirurgische beziehungsweise mechanische Behandlung einer abgekapselten Eiteransammlung.
Siehe:
Was passiert, wenn das erste Antibiotikum nicht passt?
Zeigt das Antibiogramm, dass der Erreger gegenüber dem bisher eingesetzten Antibiotikum resistent ist, kann die Behandlung angepasst werden.
Das bezeichnet man als:
Therapieanpassung nach Antibiogramm.
Dabei kann beispielsweise:
- auf ein anderes Antibiotikum gewechselt,
- die Behandlung gezielter gestaltet
werden.
Nicht selbst anhand des Antibiogramms behandeln
Ein Antibiogramm sollte nicht als Liste verstanden werden:
„S bedeutet, ich kann mir dieses Antibiotikum aussuchen.“
Die ärztliche Auswahl berücksichtigt zusätzlich:
- Infektionsort,
- Dosierung,
- Pharmakokinetik,
- Nebenwirkungen,
- Wechselwirkungen,
- Patienteneigenschaften.
Die endgültige Therapieentscheidung gehört deshalb in medizinische Hände.
Schnellübersicht
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Abstrich kann Erregernachweis ermöglichen | ja |
| positiver Abstrich beweist automatisch Infektion | nein |
| Hautbesiedlung kann im Abstrich erscheinen | ja |
| oberflächlicher Abstrich erfasst tiefe Infektion immer zuverlässig | nein |
| Eiter aus einem Abszess kann aussagekräftiger sein | ja |
| Antibiogramm zeigt Antibiotikaempfindlichkeit | ja |
| resistenter Erreger kann Therapieversagen verursachen | ja |
| Probe vor Antibiotikabeginn kann sinnvoll sein | ja |
| notwendige Akuttherapie wegen Abstrich immer verzögern | nein |
| negatives Kulturergebnis schließt Infektion sicher aus | nein |
| Pseudomonas kann mikrobiologisch identifiziert werden | ja |
| grüne Farbe beweist Pseudomonas | nein |
| Antibiogramm ersetzt klinische Beurteilung | nein |
| Abszess kann trotz richtigem Antibiotikum Drainage benötigen | ja |
Wann sollte besonders an mikrobiologische Diagnostik gedacht werden?
Besonders wichtig ist sie bei:
- fehlender Besserung,
- erneuter Verschlechterung,
- wiederkehrender Infektion,
- Perichondritis,
- Knorpelpiercing,
- Abszess,
- Verdacht auf Pseudomonas,
- Verdacht auf resistente Erreger,
- ungewöhnlich schwerem Verlauf.
Der wichtigste Grundsatz
Ein mikrobiologischer Abstrich beantwortet nicht einfach die Frage:
„Sind Bakterien da?“
Bakterien können auch ohne Infektion vorhanden sein.
Die entscheidenden Fragen lauten:
Welcher Erreger ist klinisch relevant?
und:
Gegen welche Antibiotika ist dieser Erreger empfindlich?
Ein:
Abstrich + Kultur + Antibiogramm
kann deshalb besonders bei komplizierten, tiefen oder nicht besser werdenden Piercinginfektionen entscheidend sein.
Dabei gilt:
Laborbefund und klinischer Befund müssen immer zusammen beurteilt werden.
Bei einer schweren Infektion darf eine notwendige Behandlung nicht unnötig verzögert werden, nur um zunächst auf ein Laborergebnis zu warten.
