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probleme:drainagegang

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Fistel am Piercing

Eine Fistel ist ein:

krankhaft entstandener Verbindungsgang zwischen zwei anatomischen Strukturen beziehungsweise Oberflächen.

Medizinisch wird eine Fistel klassisch als:

abnorme, epithelial ausgekleidete Verbindung zwischen zwei anatomischen Strukturen

beschrieben.

Eine Fistel kann beispielsweise:

  • zwei innere Strukturen miteinander verbinden,
  • eine innere Struktur mit der Hautoberfläche verbinden.

Bei einem Piercing kann eine chronisch bestehende zusätzliche Gangstruktur in unmittelbarer Umgebung des eigentlichen Piercingkanals äußerlich wie eine Fistel erscheinen.

Wichtig ist jedoch:

Nicht jede zusätzliche Öffnung neben einem Piercing ist automatisch eine Fistel.

Insbesondere ein:

Drainagegang beziehungsweise Sinusgang

kann einer Fistel äußerlich sehr ähnlich sehen.

Wie kann eine Fistel am Piercing aussehen?

Mögliche Erscheinungsformen sind:

  • zusätzliche kleine Hautöffnung neben dem Piercing,
  • wiederkehrender Sekretaustritt,
  • chronisch nässende Stelle,
  • kleine Vertiefung oder Öffnung in der Haut,
  • wiederkehrende Krustenbildung,
  • zeitweise Verschluss und erneutes Öffnen,
  • tastbarer Gang oder verhärtete Struktur unter der Haut.

Das Sekret kann beispielsweise:

  • klar,
  • gelblich,
  • blutig,
  • trüb,
  • eitrig

erscheinen.

Die Farbe allein erlaubt jedoch keine sichere Diagnose.

Eine zweite Öffnung ist nicht automatisch eine Fistel

Gerade bei Piercings wird eine zusätzliche Öffnung häufig vorschnell als:

Fistel

bezeichnet.

Das kann falsch sein.

Eine zusätzliche Öffnung kann beispielsweise sein:

  • ein Drainagegang,
  • ein Sinusgang,
  • der Abflussweg eines Abszesses,
  • eine chronisch entzündete Gewebetasche,
  • ein traumatisch entstandener zusätzlicher Kanal,
  • ein alter beziehungsweise veränderter Piercingkanal.

Die äußere Erscheinung allein reicht häufig nicht aus, um diese Veränderungen sicher voneinander zu unterscheiden.

Fistel oder Drainagegang?

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.

Ein:

Drainagegang / Sinusgang

und eine:

Fistel

sind medizinisch nicht exakt dasselbe.

Was ist ein Drainagegang?

Ein Drainagegang – medizinisch häufig als:

Sinusgang

bezeichnet – ist ein pathologischer Kanal, der typischerweise einen:

tiefer liegenden Entzündungs- oder Eiterherd mit der Hautoberfläche

verbindet.

Der Gang ermöglicht dadurch den Abfluss von:

  • Wundsekret,
  • entzündlicher Flüssigkeit,
  • Eiter,
  • Zell- und Gewebetrümmern.

Ein solcher Gang kann beispielsweise entstehen, wenn sich ein:

  • kleiner Abszess,
  • chronisch entzündeter Bereich,
  • Fremdkörperherd,
  • chronischer Infektionsherd

einen Weg zur Hautoberfläche schafft.

Der Körper schafft einen Abflussweg

Bei einem tiefer liegenden Entzündungsherd kann sich Druck durch:

  • Sekret,
  • Entzündungsflüssigkeit,
  • Eiter

aufbauen.

Das Gewebe kann sich anschließend in Richtung Hautoberfläche eröffnen.

Es entsteht ein:

Abfluss- beziehungsweise Drainageweg.

Dadurch kann sich neben dem eigentlichen Piercing eine kleine zusätzliche Öffnung bilden.

Was ist dagegen eine Fistel?

Eine echte Fistel ist eine:

pathologische Verbindung zwischen zwei anatomischen Oberflächen beziehungsweise Strukturen.

Klassisch ist der Fistelgang zumindest teilweise:

epithelial ausgekleidet.

Das unterscheidet eine ausgereifte Fistel von einem einfachen entzündlichen Drainagegang.

Der wichtigste Unterschied

Vereinfacht kann man sagen:

Drainagegang / Sinusgang

→ führt typischerweise von einem tiefer liegenden Entzündungsherd zur Hautoberfläche.

Fistel

→ stellt eine pathologische Verbindung zwischen zwei anatomischen Strukturen beziehungsweise epithelialisierten Oberflächen dar.

Vergleich

Merkmal Drainagegang / Sinusgang Fistel
Grundprinzip Abflussweg eines tieferen Entzündungsherdes pathologische Verbindung zwischen zwei Strukturen
Verbindung häufig tiefer Entzündungsherd → Haut Struktur/Oberfläche → andere Struktur/Oberfläche
typische Ursache chronische Entzündung, Abszess, Fremdkörper chronische Entzündung, Operation, Trauma, Erkrankung
Epithelisierung nicht zwingend vollständig epithelialisiert typischerweise epithelial ausgekleidet bzw. reifer Gang
Sekretaustritt häufig häufig möglich
zusätzliche Hautöffnung möglich möglich
äußerlich sicher unterscheidbar häufig nein häufig nein

Warum können beide verwechselt werden?

Von außen können beide nahezu gleich aussehen.

Sowohl ein Drainagegang als auch eine Fistel können:

  • eine kleine zusätzliche Öffnung bilden,
  • immer wieder Sekret abgeben,
  • zeitweise verschlossen wirken,
  • erneut aufbrechen,
  • Krusten bilden,
  • über längere Zeit bestehen.

Deshalb kann allein anhand eines Fotos häufig nicht sicher entschieden werden:

Fistel oder Drainagegang?

Ein Drainagegang kann chronisch werden

Ein zunächst entzündlicher Drainagegang kann bei längerem Bestehen:

  • stabiler werden,
  • sich mit Granulationsgewebe auskleiden,
  • teilweise epithelialisiert werden,
  • zu einer chronisch bestehenden Gangstruktur werden.

Dadurch kann die Grenze zwischen einem chronischen:

Sinusgang

und einer:

Fistel

terminologisch zunehmend unscharf werden.

Auch in der medizinischen Literatur werden die Begriffe nicht immer vollkommen einheitlich verwendet.

Warum ist die Begrifflichkeit kompliziert?

In verschiedenen medizinischen Fachgebieten werden Begriffe wie:

  • Fistel,
  • Sinus,
  • Sinusgang,
  • Drainagegang,
  • draining sinus tract

teilweise unterschiedlich verwendet.

Deshalb sollte bei Piercings nicht allein aufgrund der Bezeichnung eine endgültige Diagnose gestellt werden.

Entscheidend ist vielmehr:

Wo beginnt der Gang, wohin führt er und welche Ursache liegt darunter?

Wie kann ein Drainagegang bei einem Piercing entstehen?

Ein mögliches Szenario ist:

1.

Im oder neben dem Piercingkanal entwickelt sich eine tiefer liegende Entzündung.

2.

Es bildet sich entzündliches Sekret oder Eiter.

3.

Der natürliche Abfluss über den bestehenden Piercingkanal reicht möglicherweise nicht aus.

4.

Das Sekret breitet sich entlang des geringsten Gewebewiderstands aus.

5.

Es entsteht eine zusätzliche Öffnung zur Hautoberfläche.

Diese Öffnung kann anschließend regelmäßig Sekret abgeben.

Mögliche Ursachen eines Drainagegangs

Mögliche Ursachen können sein:

  • chronische bakterielle Infektion,
  • kleiner Abszess,
  • Fremdkörperreaktion,
  • chronisch mechanisch gereiztes Gewebe,
  • eingeschlossener Entzündungsherd,
  • tief liegende Gewebetasche,
  • chronische Reizung durch Schmuck.

Mögliche Ursachen einer Fistel

Fisteln können grundsätzlich entstehen durch:

  • chronische Entzündungen,
  • Infektionen,
  • Operationen,
  • Verletzungen,
  • Fremdkörper,
  • entzündliche Erkrankungen.

Bei einem Piercing wäre insbesondere eine:

chronisch entzündliche beziehungsweise fremdkörperassoziierte Gangbildung

denkbar.

Eine echte Fistel am Piercing ist jedoch nicht automatisch anhand des bloßen Vorhandenseins einer zweiten Öffnung bewiesen.

Fremdkörper und chronische Entzündung

Ein Piercing stellt einen dauerhaften:

Fremdkörper im Gewebe

dar.

Das bedeutet nicht, dass ein Piercing automatisch eine Fistel verursacht.

Bei chronischen Problemen können jedoch gleichzeitig bestehen:

  • wiederholte Mikroverletzungen,
  • bakterielle Besiedlung,
  • Biofilm,
  • Sekretstau,
  • mechanischer Druck,
  • Fremdkörperreaktion.

Diese Faktoren können chronische Gangbildungen begünstigen.

Mechanische Ursachen berücksichtigen

Eine chronisch nässende Öffnung sollte nicht ausschließlich als mikrobiologisches Problem betrachtet werden.

Mögliche mechanische Ursachen sind:

  • zu kurzer Schmuck,
  • zu langer Schmuck,
  • falscher Winkel,
  • dauerhafte Spannung,
  • Druck,
  • Reibung,
  • häufiges Hängenbleiben,
  • instabiler Schmuck.

Siehe:

Reizung und mechanische Belastung

Winkel, Spannung und mechanische Belastung

Fistel oder normaler Piercingkanal?

Auch der eigentliche Piercingkanal ist ein künstlich geschaffener Gewebekanal.

Ein verheilter Piercingkanal wird zunehmend von Epithel ausgekleidet.

Er ist jedoch nicht mit einer krankhaft entstandenen Fistel gleichzusetzen.

Der Piercingkanal ist:

gezielt angelegt.

Eine Fistel entsteht dagegen:

pathologisch.

Warum kann dauerhaft Sekret austreten?

Ein chronisch nässender Gang kann Sekret produzieren, wenn:

  • weiterhin eine Entzündung besteht,
  • Granulationsgewebe vorhanden ist,
  • ein tieferer Hohlraum Sekret produziert,
  • ein Fremdkörperreiz fortbesteht,
  • eine bakterielle Infektion besteht,
  • der Gang wiederholt mechanisch gereizt wird.

Dauerhafter Sekretaustritt sollte deshalb nicht einfach als:

„normale Lymphe“

abgetan werden.

Sekret ist nicht automatisch Lymphe

Aus einer chronisch nässenden Öffnung können unterschiedliche Flüssigkeiten austreten.

Dazu gehören:

  • Wundexsudat,
  • seröse Flüssigkeit,
  • entzündliches Exsudat,
  • Blut,
  • Eiter.

Die Bezeichnung:

„Das ist nur Lymphflüssigkeit“

ist bei einem chronischen Gang häufig zu ungenau.

Eiter spricht für zusätzliche Infektion

Bei:

  • gelb-grünlichem beziehungsweise eitrigem Sekret,
  • deutlicher Überwärmung,
  • zunehmender Rötung,
  • starken Schmerzen,
  • üblem Geruch

muss eine bakterielle Infektion beziehungsweise ein Abszess berücksichtigt werden.

Siehe:

Infektion am Piercing

Eiter am Piercing

Abszess am Piercing

Verbindung mit einem Abszess

Ein Drainagegang kann direkt mit einem:

Abszess

zusammenhängen.

Dabei kann der Abszess nach außen spontan drainieren.

Das kann kurzfristig:

  • Druck,
  • Schmerzen,
  • Schwellung

reduzieren.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch:

Der Abszess ist vollständig ausgeheilt.

Ein Resthohlraum beziehungsweise Infektionsherd kann bestehen bleiben.

Warum kann sich der Gang immer wieder schließen?

Eine kleine Hautöffnung kann sich oberflächlich verschließen, obwohl tiefer im Gewebe weiterhin:

  • Sekret,
  • Entzündung,
  • ein Hohlraum

besteht.

Dann kann erneut Druck entstehen.

Die Öffnung kann anschließend wieder:

aufbrechen und Sekret abgeben.

Ein solches wiederkehrendes Muster ist typisch für chronische drainierende Prozesse.

Nicht ausdrücken

Eine zusätzliche Öffnung sollte nicht:

  • ausgequetscht,
  • ausgedrückt,
  • mit einer Nadel erweitert,
  • mit Instrumenten sondiert

werden.

Dadurch können:

  • weitere Gewebeschäden,
  • Blutungen,
  • Verschleppung von Bakterien,
  • Vergrößerung des Gangsystems

entstehen.

Nicht selbst mit einer Kanüle untersuchen

Es sollte nicht versucht werden, den Verlauf eines möglichen Fistel- oder Drainagegangs mit:

  • Kanülen,
  • Nadeln,
  • Sonden

selbst zu verfolgen.

Der sichtbare Hautpunkt sagt nicht sicher aus, wohin der Gang im Gewebe führt.

Schmuck entfernen?

Bei einem chronisch drainierenden Piercing sollte der Schmuck nicht automatisch entfernt werden.

Ebenso sollte er nicht automatisch dauerhaft belassen werden.

Zu beurteilen sind:

  • Lage des Schmucks,
  • Schmucklänge,
  • mechanischer Druck,
  • Sekretabfluss,
  • Infektionszeichen,
  • möglicher Abszess,
  • Verlauf des Ganges.

Siehe:

Piercingschmuck bei einer bakteriellen Infektion entfernen oder belassen?

Biofilm

Bei chronisch problematischen Piercings kann auch ein:

Biofilm

eine Rolle spielen.

Mikroorganismen können sich auf:

  • Schmuckoberflächen,
  • Wundflächen,
  • chronischen Gangoberflächen

organisieren.

Ein Biofilm ist jedoch nicht allein aufgrund einer chronisch nässenden Stelle bewiesen.

Siehe:

Biofilm bei Piercings

Wann ist eine mikrobiologische Untersuchung sinnvoll?

Bei:

  • eitrigem Sekret,
  • wiederkehrender Infektion,
  • chronischem Verlauf,
  • fehlender Besserung unter Behandlung

kann eine mikrobiologische Diagnostik sinnvoll sein.

Dazu können gehören:

  • Abstrich,
  • Kultur,
  • Antibiogramm.

Siehe:

Abstrich, Kultur und Antibiogramm

Wie kann ein Fistel- oder Drainagegang medizinisch beurteilt werden?

Je nach Befund können erforderlich sein:

  • klinische Untersuchung,
  • Tastbefund,
  • Sonografie,
  • mikrobiologische Untersuchung,
  • gegebenenfalls weiterführende Bildgebung,
  • operative Exploration.

Das Ziel besteht darin zu klären:

Wo beginnt der Gang und womit ist er verbunden?

Sonografie

Eine Ultraschalluntersuchung kann beispielsweise helfen, festzustellen, ob:

  • ein tieferer Flüssigkeitsraum,
  • ein Abszess,
  • eine entzündliche Gewebetasche

vorliegt.

Nicht jeder sehr kleine Gang ist sonografisch vollständig darstellbar.

Warum kann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll sein?

Ein über längere Zeit bestehender Drainagegang kann darauf hinweisen, dass die zugrunde liegende Ursache:

noch vorhanden ist.

Solange der Entzündungsherd besteht, kann der Gang immer wieder Sekret abführen.

Deshalb reicht es häufig nicht aus, nur die äußere Öffnung zu behandeln.

Die Öffnung allein zu verschließen ist nicht das Ziel

Bei einem drainierenden Gang wäre es problematisch, ausschließlich zu versuchen:

die Hautöffnung möglichst schnell zu verschließen.

Wenn tiefer weiterhin Sekret produziert wird, kann ein Verschluss den natürlichen Abfluss behindern.

Entscheidend ist:

die Ursache des Ganges zu erkennen und zu behandeln.

Kann ein Drainagegang von selbst verschwinden?

Ja, grundsätzlich kann sich ein Drainagegang zurückbilden, wenn:

  • der zugrunde liegende Entzündungsherd abheilt,
  • kein Abszess mehr besteht,
  • mechanische Ursachen beseitigt werden,
  • die Sekretproduktion endet.

Chronische Gänge können jedoch bestehen bleiben und medizinische Behandlung benötigen.

Kann eine Fistel von selbst verschwinden?

Das hängt stark von:

  • Ursache,
  • Lokalisation,
  • Dauer,
  • Gangstruktur

ab.

Ein etablierter chronischer Fistelgang kann sich deutlich hartnäckiger verhalten als ein frischer entzündlicher Drainagegang.

Eine pauschale Aussage ist deshalb nicht möglich.

Schnellübersicht

Aussage Einordnung
zusätzliche Öffnung neben dem Piercing = automatisch Fistel nein
Drainagegang und Fistel sind exakt dasselbe nein
beide können äußerlich ähnlich aussehen ja
Drainagegang kann einen tieferen Entzündungsherd nach außen entlasten ja
Drainagegang muss vollständig epithelialisiert sein nein
Fistel ist klassisch eine pathologische Verbindung zwischen zwei Strukturen/Oberflächen ja
chronische Gänge können zunehmend stabilisiert/epithelialisiert werden ja
Begriffe werden in der Literatur teilweise uneinheitlich verwendet ja
Sekretaustritt beweist Fistel nein
chronischer Gang kann mit Abszess zusammenhängen ja
Öffnung ausdrücken oder sondieren nein
chronisch nässender Gang sollte bei unklarer Ursache untersucht werden ja

Fistel oder Drainagegang – praktische Orientierung

Ein:

Drainagegang

ist wahrscheinlicher, wenn:

  • ein tiefer entzündlicher Herd besteht,
  • Sekret oder Eiter nach außen abgeleitet wird,
  • die zusätzliche Öffnung im Zusammenhang mit einem Abszess entstanden ist,
  • der Gang relativ neu entstanden ist.

Eine:

chronische Fistel beziehungsweise ausgereifte Gangstruktur

kommt eher in Betracht, wenn:

  • der Gang über längere Zeit besteht,
  • die Öffnung immer wieder an derselben Stelle auftritt,
  • dauerhaft oder wiederkehrend Sekret austritt,
  • eine stabile Gangstruktur entstanden ist.

Diese Kriterien erlauben jedoch keine sichere Selbstdiagnose.

Wann ärztlich abklären?

Eine ärztliche Beurteilung ist besonders sinnvoll bei:

  • neu entstandener zusätzlicher Öffnung,
  • dauerhaftem Sekretaustritt,
  • wiederholtem Öffnen und Verschließen,
  • Eiter,
  • zunehmenden Schmerzen,
  • zunehmender Rötung,
  • Überwärmung,
  • tastbarer tiefer Schwellung,
  • Abszessverdacht,
  • Fieber,
  • wiederkehrenden Infektionen.

Der wichtigste Grundsatz

Eine kleine zusätzliche Öffnung neben einem Piercing ist:

nicht automatisch eine Fistel.

Ein:

Drainagegang / Sinusgang

kann nahezu genauso aussehen.

Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass ein Drainagegang typischerweise einen:

tieferen Entzündungs- oder Eiterherd zur Hautoberfläche drainiert,

während eine Fistel im engeren medizinischen Sinn eine:

pathologische Verbindung zwischen zwei anatomischen beziehungsweise epithelialisierten Strukturen

darstellt.

Bei chronischem Bestehen können die Übergänge beziehungsweise die verwendeten Begriffe allerdings unscharf werden.

Deshalb sollte bei einem dauerhaft nässenden oder neu entstandenen zusätzlichen Gang nicht nur die sichtbare Hautöffnung beurteilt werden.

Entscheidend ist:

Welche Ursache liegt tiefer im Gewebe und wohin führt der Gang?


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