Wenn eine Piercingstelle über längere Zeit immer wieder Sekret oder Eiter abgibt, kann sich die Frage stellen, ob sich ein dauerhafter Gang im Gewebe gebildet hat.
Im Piercingbereich wird dafür häufig der Begriff:
„Fistel“
verwendet.
Medizinisch muss jedoch genauer unterschieden werden.
Eine echte Fistel ist eine krankhafte Verbindung zwischen zwei Körperoberflächen beziehungsweise Hohlräumen.
Ein chronisch nach außen drainierender Gang kann dagegen eher einem sogenannten Sinus- oder Sekretgang entsprechen.
Für den Kunden ist vor allem wichtig:
Eine dauerhaft oder immer wieder nässende beziehungsweise eiternde Öffnung sollte nicht als normale Piercingheilung betrachtet werden.
Eine Fistel ist ein unnatürlicher Gang zwischen zwei Bereichen des Körpers.
Sie kann beispielsweise:
Fisteln können sich entwickeln, wenn eine Entzündung über längere Zeit bestehen bleibt und sich einen dauerhaften Abflussweg schafft.
Ein Sinusgang ist ein krankhafter Gang, der von einem tiefer liegenden Entzündungsherd zur Hautoberfläche führen kann.
Er endet im Gegensatz zu einer klassischen Fistel nicht zwingend an einer zweiten Körperoberfläche oder einem zweiten Hohlorgan.
Bei einem Piercing kann eine immer wieder nässende kleine Öffnung deshalb medizinisch eher einem chronischen drainierenden Gang entsprechen als einer klassischen Fistel.
Mögliche Hinweise sind:
Wenn tiefer im Gewebe weiterhin Flüssigkeit oder entzündliches Sekret entsteht, kann sich die oberflächliche Öffnung vorübergehend verschließen.
Das Problem im tieferen Gewebe kann jedoch weiterbestehen.
Dann kann sich erneut:
ansammeln.
Der Druck kann steigen und der Gang sich erneut öffnen.
Dadurch entsteht manchmal der Eindruck:
„Es heilt zu – und einige Tage später geht es wieder auf.“
Ein solches wiederkehrendes Muster sollte abgeklärt werden.
Ja.
Ein länger bestehender oder wiederkehrender Abszess kann sich einen Weg zur Hautoberfläche suchen.
Über diesen Gang kann Eiter oder Sekret abfließen.
Chronische Infektionen können mit Abszessen und drainierenden Sinusgängen einhergehen. :chatgpt-content-reference{index=„1“}
Ein Piercing besitzt bereits einen künstlich angelegten Kanal durch das Gewebe.
Bei einer zusätzlichen Entzündung können sich jedoch:
entwickeln.
Dadurch kann die ursprüngliche Anatomie des Stichkanals verändert werden.
Mögliche Folgen sind:
Das ist grundsätzlich möglich.
Wenn sich im Gewebe ein zusätzlicher Gang gebildet hat, kann Sekret an einer anderen Stelle austreten als direkt am ursprünglichen Stichkanaleingang.
Das sollte nicht einfach als „zweites Piercingloch“ angesehen werden.
Ein solcher Befund sollte medizinisch beurteilt werden.
Eiter ist nicht dasselbe wie normales Wundsekret.
Eiter entsteht bei einer ausgeprägten Entzündungsreaktion und enthält unter anderem:
Wenn ein Gang immer wieder eitriges Material abgibt, muss an einen fortbestehenden entzündlichen Herd gedacht werden.
Mehr dazu:
Nein.
Wiederkehrendes Sekret kann auch andere Ursachen haben.
Zum Beispiel:
Deshalb sollte eine Fistel nicht allein aufgrund von Sekretaustritt diagnostiziert werden.
Verdächtig können sein:
Diese Zeichen beweisen eine Fistel jedoch nicht.
Ein solcher Gang ist vor allem ein Hinweis darauf, dass die zugrunde liegende Ursache möglicherweise noch besteht.
Dazu können gehören:
Deshalb sollte die Ursache abgeklärt werden.
Nein.
Die Stelle sollte nicht:
werden.
Dadurch können:
entstehen.
Nicht eigenständig.
Wenn Sekret aus einer tieferen Entzündung abfließt, kann eine medizinisch kontrollierte Drainage sinnvoll sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Kunde selbst:
sollte.
Die Ursache muss beurteilt werden.
Eine oberflächliche Reinigung kann Sekret von der Haut entfernen.
Sie beseitigt jedoch keinen:
Mehr Reinigung allein löst deshalb das zugrunde liegende Problem nicht.
Das sollte nicht pauschal eigenständig entschieden werden.
Bei einer möglichen tieferen Infektion oder einem chronischen Sekretgang hängt das Vorgehen unter anderem ab von:
Eine vorschnelle Entfernung kann dazu führen, dass sich der Stichkanal verengt oder verschließt.
Deshalb sollte bei Verdacht auf einen tieferen entzündlichen Prozess zuerst medizinisch beurteilt werden, wie mit dem Schmuck verfahren werden soll.
Ein erfahrener Piercer kann beurteilen:
Eine vermutete Fistel oder ein chronisch eiternder Gang gehört jedoch medizinisch abgeklärt.
Eine medizinische Abklärung ist sinnvoll beziehungsweise erforderlich, wenn:
Nicht jede dauerhaft nässende Piercingstelle ist automatisch eine Fistel.
Eine echte Fistel ist eine krankhafte Verbindung zwischen zwei Körperbereichen.
Ein nach außen drainierender chronischer Gang kann medizinisch eher einem Sinus- oder Sekretgang entsprechen.
Ein wiederkehrender Sekret- oder Eiteraustritt sollte nicht als normaler Heilungsverlauf angesehen werden.
Ein vorausgegangener Abszess kann mit einer persistierenden Gangbildung zusammenhängen.
Mehr Reinigung beseitigt keinen tiefer liegenden Entzündungsherd oder Gang.
Eine wiederholt eiternde oder dauerhaft nässende Öffnung gehört medizinisch abgeklärt.