Eine Knorpelnekrose bedeutet, dass Knorpelgewebe so stark geschädigt wurde, dass es abstirbt.
Bei einem Ohrpiercing ist das eine seltene, aber ernsthafte Komplikation.
Sie kann insbesondere im Zusammenhang mit:
auftreten.
Eine Knorpelnekrose ist keine normale Piercingreaktion und sollte ärztlich behandelt werden.
Ohrknorpel besitzt keine normale eigene Gefäßversorgung wie viele Weichteile.
Er ist wesentlich auf das angrenzende Perichondrium – die Knorpelhaut – angewiesen.
Wird diese Verbindung gestört, kann die Versorgung des Knorpels beeinträchtigt werden.
Das kann beispielsweise passieren, wenn:
Hält dieser Zustand an, kann Knorpelgewebe zugrunde gehen.
Ein Abszess kann Eiter zwischen Perichondrium und Knorpel ansammeln.
Dadurch kann das Perichondrium vom Knorpel getrennt werden.
Da der Knorpel wesentlich über dieses angrenzende Gewebe versorgt wird, kann diese Trennung zu einer schweren Versorgungsschädigung führen.
Deshalb ist eine Abszessbildung bei einer Perichondritis besonders problematisch.
Siehe:
Eine Knorpelnekrose lässt sich von außen nicht immer früh sicher erkennen.
Mögliche Hinweise im Rahmen einer schweren Knorpelinfektion können sein:
Diese Zeichen beweisen für sich allein noch keine Nekrose.
Sie zeigen jedoch, dass eine ernsthafte Komplikation vorliegen kann.
Der Knorpel bildet das tragende Gerüst der Ohrmuschel.
Geht Knorpelgewebe verloren, kann diese Stützfunktion beeinträchtigt werden.
Während der Heilung kann das geschädigte Gebiet durch:
ersetzt werden.
Dadurch kann eine dauerhafte Veränderung der Ohrkontur entstehen.
Der ursprüngliche Knorpel wird bei größeren Defekten nicht einfach vollständig in identischer Form neu gebildet.
Ja.
Wenn Knorpel oder anderes tragendes Gewebe verloren geht, kann der Stichkanal seine ursprüngliche Stabilität verlieren.
Mögliche Folgen sind:
Die ausführliche Erklärung dazu steht hier:
Länger anhaltender starker Druck kann Gewebe schädigen und die lokale Versorgung beeinträchtigen.
Bei Piercings sollte daraus jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass jede Druckstelle zu einer Knorpelnekrose führt.
Das Risiko steigt vor allem bei:
Gewebebelastung und besonders dann, wenn zusätzlich Entzündung oder andere Gewebeschäden bestehen.
Siehe:
Nein.
Normale Piercingpflege kann:
Sie kann abgestorbenes Knorpelgewebe jedoch nicht wiederherstellen und eine schwere tiefe Infektion nicht ersetzen.
Bei Verdacht auf eine Knorpelnekrose ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich.
Besonders dringlich ist eine medizinische Untersuchung bei:
Bei einem Knorpelpiercing sollte eine solche Entwicklung nicht über mehrere Tage ausschließlich beobachtet werden.
Eine Knorpelnekrose ist das Ergebnis einer schweren strukturellen Gewebeschädigung.
Im Zusammenhang mit Piercings ist vor allem entscheidend:
Perichondritis und Abszessbildung frühzeitig erkennen und behandeln lassen, bevor die Versorgung des Knorpels dauerhaft geschädigt wird.
Weiterführende Seiten